KULTURVERANSTALTUNGEN
BUCHPRÄSENTATION
Roumen M. Evert „Die Immigrantin“ Roman, Dittrich Verlag
Donnerstag, 10. September 2009, 19:00 Uhr
Haus Wittgenstein Bulgarisches Kulturinstitut
Ausstellungsräume Saal 1
1030 Wien, Parkgasse 18
Über den Autor
Roumen M. Evert, geboren 1952 in Kiel, war Anfang der 1970er Zeitungsreporter in München, später Musikkritiker, Autor und Übersetzer in London. Veröffentlichte eine Biografie über Bob Marley, einen Roman für Kinder und schrieb Drehbücher.
Ausgedehnte Reisen in Europa, Asien und Afrika. Längere Aufenthalte in Griechenland, im Nahen und Mittleren Osten, in Wien und Norwich, wo er einige Semester Kunst, Philosophie, Literatur und Geschichte studierte. 1996 wurde er in die Orthodoxe Kirche aufgenommen und lebt seitdem mit seiner bulgarischen Ehefrau in Plowdiw / Bulgarien.
IMMIGRANTIN
Einen Tag im Leben einer jungen Immigrantin aus Bulgarien, Lenas Lebensgeschichte, die Geschichte über Hoffnung und Verzweiflung präsentiert uns Roumen M. Evert in seinem Roman „Immigrantin“.
Lena Ivanova arbeitet illegal als Kellnerin in einem Wiener Gasthaus und lebt in ständiger Angst vor der Fremdenpolizei, die sie jederzeit nach Bulgarien abschieben könnte. Das nur durch eine Zweckehe mit einem Österreicher entkommen zu können scheint.
So eine Möglichkeit lehnt sie entschieden ab.
So schwankt Lena zwischen Ehrgefühl und der Sehnsucht nach ihren Söhnen, zwischen endgültiger Aufgabe und neuer Hoffnung.
Ausserhalb der Arbeit lebt sie in einer traurige Einsamkeit, Trostlosigkeit und Existenzängsten: „Es gibt viele traurige Inseln in Wien: bulgarische Inseln, albanische, serbische, türkische. Diese Menschen sind eigentlich nicht in Wien. Sie arbeiten und schlafen und schicken Geld nach Hause.“
Der Autor nimmt den Leser mit auf eine dynamische Reise in die Vergangenheit der Frau vom Anfang der 1960er- bis Mitte der 1990er Jahre, die uns in ihre Kindheit und Jugend in einer abgelegenen Bergarbeitersiedlung in den bulgarischen Rhodopen, in ihre von Gefühlskälte, Gewalt und Demütigung geprägte Ehe, in ihren mit den beiden Söhnen unternommenen Ausbruchsversuch in die Grossstadt, sowie in ihre Flucht nach Österreich nach dem Sturz des Kommunismus führt.
Ein wundervoller und ergreifender Roman, der die Gelegenheit bietet, dieses Land bekannt zu machen. Denn trotz EU-Beitritt seien bulgarische Kultur, Geschichte und Politik ausserhalb des Landes weitgehend unbekannt, stattdessen herrschten Vorurteile, vor allem in Hinsicht auf Korruption und Armut.
