STELLUNGNAHME
In Memoriam
Petya Dubarova (25.04.1962 – 04.12.1979)
17 Jahre alt – für immer
Zum 29. Todestag von Petya Dubarova, junge bulgarische Dichterin, die Selbstmord begangen hat.
Petya ist in Burgas – eine Stadt an der südlichen Schwarzmeerküste geboren.
Das kleine Mädchen war sehr wissbegieriges Kind, hatte einen aussergewöhnlich großen Wortschatz für sein Alter.
Als sie fünf Jahre war nahm sie sich Bücher aus der Bücherei.
Sehr früh begann schon das hochbegabte Mädchen Gedichte zu verfassen.
Ihr Talent erkannte noch 1971 der bekannte bulgarische Dichter, der in der Stadt Burgas lebte: Hristo Fotev. Dann wurde das Sammeln der Blätter, die Servietten, die Broschüren, auf denen Petya schrieb und warf aus.
Petya war ausgezeichnete Schülerin an einem fremdsprachigen englischen Gymnasium in ihrer Heimatstadt.
Ihre ersten Veröffentlichungen wurden in den Zeitungen „Septemvrijtsche“ und „Narodna mladež“, in den Zeitschriften „Rodna retsch“ und „Mladež“ abgedruckt.
„Ich wurde in eine glückliche Familie geboren!“- schrieb Petya an einen Freund. Sie liebte ihre Mutter und nannte sie Fee, die wie eine Nachtigall singt, widmete ihr Gedichte.
Petya respektiert ihre Mutter Maria Dubarova sehr viel, denn nach einer schwierigen Kindheit als Weise ist ihr gelungen, eine gute Ausbildung als Lehrerin für bulgarische Sprache und Literatur zu absolvieren.
Petya liebte auch ihr Vater Stoyko Dubarov, ein geachteter Spezialist im petrolchemischen Kombinat, ihm widmet sie einen Teil ihrer Poesie:
„Unter dem Augenbrauen – seine lächelnde Augen: klarer als der Sonne Strahl und wärmer als der Sonnenschein!“
Während ihres kurzen Leben schrieb sie Gedichte, Impressionen, Tagebuch, Märchen und Erzählungen, auch Briefe an ihre Eltern und Freunde, Erinnerungen von Lehrern und Freunden, unvergessliche Bilder von Poesie, Meer, Sommer, Regen, Jugend und Liebe.
Ihre Poesie zeigte den Geist der jungen Generation durch die Schönheit in den kleinen und alltäglichen Dingen im Leben. Nicht nur einmal nahm sie an verschiedenen Wettbewerben teil, aber trotz der Berühmtheit blieb sie eine treue Freundin und gute Mitschülerin.
"Sie war auch ein ausgelassenes und selbstsicheres Mädchen", sagten ihre Freunde.
Sie sang und spielte die Gitarre sehr gut.
Sie verweigerte den Konformismus, die Heuchelei ,Ungerechtigkeit und Lüge.
So hat sie ein Selbstmord begangen, Grund dafür sei eine unlautere schulische Strafe.
Sie verließ diese Welt im Alter von 17 Jahren…
Wie grausam es ist, die Welt so früh verlassen zu müssen…
Poet
Frag das Kind danach, was das leben ist,
und schau dir die klaren Kinderaugen an,
in denen eine verwunderte Note aufleuchten wird
und als Amtwort – das Kinderlachen dann.
Wa ist das Leben? – frag den Jugendlichen.
Du wirst hören: „Das ist der schöne Tag,
mein Tag der Jugendzeit, der Träume und Sehnsucht,
mein Tag von guter Sonne bestrahlt!
Der hinfällige Greis wird dazu sagen:
„Ich liebe das Leben, schön und beflügelt.
Das Leben ist teueres, heiliges Ding,
das langsam von mir weggeht.
Dasselbe frag den Dichter
und höre gut und aufmerksam zu.
„Das Leben ist das, was nach dem Tod übrig bleibt,
zu atmen und zu blühen.“
1975
Übersetzung: Lora Georgieva
Bis zur Morgendämmerung
Ein entfernter Leuchtturm, wie ein Möwenauge,
voller meereslicht, rief mich zi sich.
Ich weiss nicht-
soll ich gehen oder hier bleiben.
Ich schaue auf das Meer.
Es wiegt sich und Tausend Sterne
wie goldene Finger…
Es bittet mich bei ihm zu bleiben.
Ich fühle wie die Muscheln unter meinen Füssen
den Boden mit Schalen und Gras bedeckt haben.
„Bleib bei uns! Uns geht es gut mit dir!
Wir teilen die alle Meergeheimnisse mit.“
Wo soll ich hin?
So Vieles ruft mich oder bittet mir zu bleiben.
Soll ich beim Leuchtturm oder lieber hier bleiben
und mich mit den guten Muscheln unterhalten?
Soll ich mit den silbernen oder den weissen Möwen
den Wind des Himmels atmen?
Übersetzung: Katherina Zlateva
